Leckeres Essen, gemütliches Zusammensein und schwäbische Tradition. Die Torstuben passt einfach gut zu Tettnang. Seit über einem Jahr gehört Mohammed zum Serviceteam rund um Ulrike Schühle. Lesen Sie, was die Unternehmerin dazu bewogen hat, in ihrem Betrieb Integration zu leben und einen geflüchteten Menschen in Arbeit zu bringen. Sicherlich, in der Gastronomie und Hotellerie gibt es viele unbesetzte Stellen. Doch dies war für Ulrike Schühle nicht der einzige Grund, Mohammed aus Afghanistan in ihrer Torstuben zu beschäftigen: „Integration von Erwachsenen kann nur über den Arbeitsmarkt funktionieren. Ich halte es für meine gesellschaftliche Pflicht als humanitär denkender zivilisierter Mensch, mich an der Umsetzung von Lösungsansätzen in dieser Frage zu beteiligen“. Doch klar ist für Ulrike Schühle auch, dass Integration keine Einbahnstraße ist. Sowohl das Gastgeberland als auch besonders die Geflüchteten sind dafür verantwortlich: Sie müssen die Sprache lernen und sich an unsere Gesetze und Regeln halten. Mohammed nimmt diese Verantwortung sehr ernst: Er kam vor 3 Jahren mit seiner Familie aus Afghanistan nach Deutschland, lernt immer noch fleißig Deutsch und ist aufgrund seines freundlichen Wesens und seiner guten Manieren ein fester Bestandteil in der Belegschaft geworden. „Auch die sicherlich zu Beginn verwunderten Gäste haben Mohammed freundlich aufgenommen, was absolut für ihn spricht“ so Ulrike Schühle und zeigt, dass alle in Tettnang in Vielfalt miteinander leben können. Mohammed wird daher auch bewusst von ihr im Service eingesetzt. Da Mohammed aus Afghanistan kommt, hat er keine permanente Aufenthaltserlaubnis und lebt in steter Angst vor einer Ab-schiebung. Über die Unfähigkeit der Politik dies zu regeln ärgert sich die liberale und weltoffene Chefin der Torstuben: „Wir reden über Menschen, die alles dafür tun, um sich positiv und gewinn-bringend in eine Gesellschaft einzugliedern und die sogar bereit sind, dafür zumindest teilweise ihre traditionellen und kulturellen Werte hinten anzustellen. Als Gegenleistung dafür müssen sie dann jahrelang und in geradezu lächerlichen Intervallen von ein paar Monaten um Aufenthalts- bzw. Arbeitsbewilligungen kämpfen und auch für mich als Arbeitgeberin macht dies eine langfristige Planung kaum möglich“. Das Beispiel von Mohammed und seinem Job in der Torstuben zeigt, wie wichtig und wertvoll Integration durch Arbeit ist. Hierfür braucht es mutige und geduldige Arbeitgeber, die offen sind für andere Menschen und Kulturen.

Sind Sie auch so ein mutiger Arbeitgeber? Dann erzählen Sie uns von Ihren Erfahrungen im Rahmen der Kolumne „Gemeinsam stark“ – Integrationsgeschichten aus Tettnang. Schreiben Sie uns einfach eine E-Mail an: integration@tettnang.de.

 

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